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Südkorea geht gegen „Bewertungsterror“ auf Online-Plattformen vor

Das südkoreanische Ministerium für KMU und Startups hat Vertreter von sechs großen Online-Plattformen zu einem Dialog geladen, um Kleinunternehmer vor schädlichen Fake-Bewertungen und einseitigen Bewertungssystemen zu schützen.
Hintergrund
In Südkorea spielt das Ministerium für KMU und Startups (Ministry of SMEs and Startups, MSS) eine zentrale Rolle bei der Unterstützung kleiner Unternehmen (Sogong-in) und der Förderung der Zusammenarbeit zwischen Großkonzernen und kleineren Betrieben [1, 2]. Das Ministerium agiert als zentrale Behörde, die sowohl Grundsatzentscheidungen für die Wirtschaft trifft als auch den Schutz von Kleinunternehmern sicherstellt [2].
In den letzten Jahren hat sich jedoch ein Konflikt verschärft: Das Bewertungssystem auf Online-Plattformen wird zunehmend als einseitig zugunsten der Verbraucher wahrgenommen. Einzelne bösartige Rezensionen oder falsche Bewertungen können die Existenzgrundlage von kleinen Betrieben gefährden. Um diese Machtasymmetrie abzumildern, hat das Ministerium nun den Dialog mit den Plattformbetreibern gesucht [1].
Wichtige Kennzahlen
Die folgende Übersicht fasst die Details des Treffens vom 11. September 2026 zusammen [1]:
- Datum: 11. September 2026, 14:00 – 15:30 Uhr
- Ort: Stiftung für die Zusammenarbeit zwischen Groß- und kleinen Unternehmen sowie der Landwirtschaft, Seoul
- Teilnehmer: 20 Personen, darunter Vertreter von 6 Plattformen (Naver, Kakao, Baedal Minjok, Coupang, Nol Universe, Yanolja) sowie Verbände für Gastronomie, Beherbergung und Kleinunternehmer
- Anteil der Plattformen an den genannten Institutionen: ca. 66,7 % (6 Plattformen ÷ 9 Institutionen × 100)
- Budget: Nicht offengelegt
Auswirkungen auf Betroffene
Kleinunternehmer erhalten künftig verstärkt Unterstützung durch das Zentrum für Beratung bei unlauteren Handelspraktiken. Dies umfasst professionelle juristische Beratung und Hilfe bei Streitigkeiten, was besonders für Einzelunternehmer ohne eigene Rechtsabteilung von Bedeutung ist. Zudem plant das Ministerium, die Bewertung der „gemeinsamen Entwicklung“ (Dongban-seongjang-pyeongga) auszuweiten, um Plattformbetreiber zu einem faireren Miteinander zu bewegen. Zu den diskutierten Schutzmaßnahmen gehören:
| Schutzmaßnahme | Beschreibung |
|---|---|
| Selbstbestimmung | Unternehmer können die Anzeige von Bewertungen autonom wählen |
| Änderungsfrist | Begrenzung des Zeitraums für die Korrektur von Inhalten und Sternen |
| Vorübergehende Sperrung | Sofortige Ausblendung umstrittener Rezensionen für 30 Tage nach Meldung |
| Ausschluss von der Durchschnittsbewertung | Ausgeblendete Rezensionen werden nicht in den Notendurchschnitt eingerechnet |
Ausblick
Das Ministerium für KMU und Startups plant, die im Rahmen des Treffens gesammelten Forderungen der Kleinunternehmer in die künftige Politik einfließen zu lassen. Der stellvertretende Minister Lee Byeong-gwon betonte, dass die einseitige Struktur, in der wenige bösartige Bewertungen den Ruf eines redlichen Unternehmers zerstören können, dringend reformiert werden muss. Die Regierung wird den Dialog mit der Plattformbranche fortsetzen und die Maßnahmen zur fairen Zusammenarbeit schrittweise weiterentwickeln [1].
Quellen
- 중기부, 온라인플랫폼 별점제 관련 상생 간담회 개최 — 중소벤처기업부 보도자료
- 대한민국 중소벤처기업부 — Wikipedia (ko)

